Insulin – Wie beginnen und wie weiter?

 Workshop

M6 - Messehaus
Deutsch
Workshop
08. November 2019 16:15 - 17:45

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Palette der antidiabetischen Therapie deutlich verbreitert. Dennoch gilt auch heute, dass der Diabetes mellitus fortschreitet, was bedeutet, dass der Insulinmangel fortschreitet. Ein großer Teil unserer Patienten benötigt daher nach unterschiedlicher Zeitspanne Insulin, entweder allein oder begleitend zu anderen antidiabetischen Therapieprinzipien. Besonders bei übergewichtigen, bzw. insulinresistenten Patientinnen und Patienten, bei denen wir die Möglichkeiten der nichtinsulinären Therapieprinzipien teilweise bewusst ausschöpfen, wird oft eine BOT als Einstieg in die Insulintherapie genutzt. Dies ist jedoch meist eine Therapie auf Zeit, was der Patientin/dem Patienten auch so vermittelt werden muss. Je höher der HbA1c zu Beginn ist, um so geringer ist die Chance, dass diese Insulinisierungsform initial ausreicht. Bei hohem HbA1c oder bei ausgeprägtem Insulinmangel wird auch initial in der Regel die ICT sinnvoller sein.

Keine antidiabetische Therapieform ist so variantenreich und individuell, wie die intensivierte Insulintherapie. „One size fits all“ kann es hier nicht geben. Wir müssen daher sowohl bei Beginn der Therapie, als auch im Verlauf immer wieder hinterfragen, ob die gewählte Variante für den individuellen Patienten/die individuelle Patientin die günstigste ist. Dies sollten wir ohne Eitelkeit tun und uns stets eingestehen, dass eine einmal getroffene Wahl falsch sein kann, auch wenn wir diese mit bestem Gewissen und nach bestem Erfahrungs- oder Studienwissen trafen. Dies gilt für die Wahl der Insulinsorten genauso wie für die Entscheidung für oder gegen eine intensive Korrektur noch Blutzuckerwerten. Ganz besonders trifft diese Aussage für Insulintherapien zu, welche nicht im direkten Lebensalltag der Patienten und Patientinnen begonnen wurden.

Wenn wir aber eine Insulintherapie gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten passend zu deren Leben gestalten, werden wir oft erleben, dass diese uns dankbar berichten, wie positiv sich die gute Blutzuckerführung auf ihr Leben auswirkt und wieviel einfacher als erwartet doch eine Insulintherapie ist.